Seit Ende September läuft die neue Website des Konzertchor Ratingen. Wer die alte Version kannte, wird den Chor in der neuen Variante auf Anhieb wiedererkennen. Das war Absicht. Verändert hat sich vor allem das, was man nicht sieht.
Wer da singt
Der Konzertchor Ratingen e.V. besteht seit über 50 Jahren: rund 90 Sängerinnen und Sänger, gemeinnützig, Mitglied im Verband Deutscher KonzertChöre. Geleitet wird er von Prof. Thomas Gabrisch, dem Leiter der Opernklasse der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. 2023 hat die Stadt Ratingen dem Chor den Heimatpreis verliehen.
Gesungen werden die großen weltlichen und geistlichen Chorwerke aller Stilepochen. Konzertreisen führten den Chor unter anderem nach Israel, Kuba, Argentinien, ins Baskenland und 2023 nach Italien.
Der sichtbare Teil der Seite
WordPress, dazu ein eigenes Child-Theme auf Basis von Twenty Twenty-One. Handgeschriebenes CSS, kein Build-Schritt, kein Framework: was im Editor steht, geht so an den Browser. Die Layout-Geometrie steckt komplett in CSS-Custom-Properties, pro Breakpoint neu gesetzt – Kopfbildhöhe, Überlappung des Inhalts, Titelgröße. Angefasst wird die Variable, nicht das Layout.
Zwei Details, die mir Spaß gemacht haben: Die Navigation ist nicht wp_nav_menu(), sondern selbst gebaut und links und rechts ums Logo aufgeteilt. Und der Kopfbereich schrumpft beim Scrollen ohne eine Zeile JavaScript – das macht eine scroll-driven animation in reinem CSS. Und für Browser, die diesen modernen Quatsch noch nicht unterstützen: Es kann nicht mehr lange dauern 😉
Einige eigene Plugins
Alles, was über Gestaltung hinausgeht, liegt bewusst nicht im Theme, sondern in eigenen Plugins. Ein Themewechsel soll den Chor nicht seine Funktionen kosten.
- Kopfbereich & Partner-Karussell – Slider-Folien der Startseite und das Kopfbild jeder Unterseite sowie verlinkbare Partner-Logos, im Backend pflegbar.
- Newsletter – Anmeldung mit Double-Opt-In, Zeitpunkte von Anmeldung und Bestätigung am Konto hinterlegt. Der Bestätigungslink funktioniert ohne Anmeldung: er belegt, dass die Adresse dem Mitglied gehört, nicht wer gerade am Rechner sitzt.
- Nextcloud-Synchronisation – Mitgliederkonten werden in der Cloud des Chores angelegt, bei Rollenentzug gesperrt und bei Kontolöschung gelöscht. Ein Passwort wird nie übertragen, WordPress kennt nur den Hash; die Einladung verschickt die Nextcloud selbst. Gesperrt wird ausschließlich, was das Plugin auch angelegt hat – fremde Konten bleiben unangetastet.


Der Mitgliederbereich
Wer mitsingt, registriert sich selbst und landet zunächst in der Rolle „Wartet auf Freischaltung“ – ohne jede Berechtigung. Erst wenn ein Administrator freischaltet, wird daraus ein Mitglied. Mitglieder kommen nicht ins WordPress-Backend; Name, E-Mail und Passwort ändern sie über eine eigene Karte im Frontend.
Der Probenkalender lässt sich abonnieren, also einmal einrichten und im eigenen Handy-Kalender behalten. Den Feed dafür habe ich selbst gebaut, nachdem der des Kalender-Plugins nach Anlegedatum auswählt statt nach Termindatum: eine im Januar eingetragene Probenserie fällt im April aus den abonnierten Kalendern. Öffentliche Kategorien sind frei abrufbar, interne nur mit Schlüssel – Kalender-Apps können sich nicht bei WordPress anmelden.
Das Kontaktformular kommt ohne Captcha aus: ein Feld, das nur Bots ausfüllen, eine Mindestzeit vor dem Absenden und eine Obergrenze pro IP-Adresse. Niemand muss Verkehrsschilder anklicken, um dem Chor eine Nachricht zu schicken.
Die Kleinigkeiten, die keiner sieht
Die Standbilder der Videos auf der Seite erzeugt der Server nach dem Upload selbst: drei Kandidaten um einen Zielzeitpunkt, die größte JPEG-Datei gewinnt. Schwarze und verwaschene Bilder komprimieren sich klein und fallen von allein raus. Das trifft fast jedes Mal so gut wie handverlesen – und kostet pro Video keinen Handgriff.
Der Notenschlüssel, der sich durch die Gestaltung zieht, ist kein Fremdasset, sondern aus dem Logo des Chores nachgezeichnet.
Stand heute
Die Seite ist seit Ende September live, auf aktuellem WordPress, frischem PHP, mit Objektcache und ohne Altlasten im Markup. Der Chor pflegt seine Inhalte selbst, die Mitglieder haben ihren Bereich, und die Dateien liegen dort, wo die Seite sie auch wiederfindet.
Automatische Updates, tägliche Backups und regelmäßige Sicherheitsupdates gehören selbstverständlich mit dazu.